Kategorie Archive: Erlebnisse hautnah

Erlebnisse hautnah…

…heute erzählt von Steffi aus Hamburg:

Es war mal wieder so weit!

Ein weiterer Trip nach Mostar war geplant - natürlich wie immer mit einem Zwischenstopp in Split!

Das es nicht bei einem Stopp bleiben sollte, wurde einige wenige Tage vorher klar, denn wir wollten noch zwei Katzenstellen kennenlernen, da auf dieser Tour unsere "Katzenhauptverantwortliche" Julia mit dabei war.

So kam es also, dass wir nach 24 Stunden Fahrt (wir sind in Hamburg gestartet) sehr spät abends müde, aber glücklich und um Katzentierschützer reicher, in Mostar ankamen. 

Wir schafften es trotzdem noch, einen Begrüßungstrunk mit Emica (vom Animal Care Centar vor Ort) zu trinken, aber dann ging es sehr schnell ins Bett.

Dieser Trip sollte von daher besonders werden, weil es unsere Aufgaben war, Hunde für das geplante Kastrationsprojekt von der Straße einzufangen.

Ich hatte, ehrlich gesagt, etwas Bammel zuvor.

Zwar wissen wir von den meisten Hunden auf Mostars Straßen, dass sie lieb sind, aber ich konnte es mir trotzdem nicht wirklich vorstellen.

Aber dann ging alles recht schnell.

Wir trafen, von den Fütterungen uns bekannte Hunde, begrüßten sie, boten ihnen an, ins Auto zu steigen, und schon hatten wir die ersten Kastrationsprojektmitglieder - die zum Glück nicht ahnten, was ihnen bevorstand 

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... erzählt von Jeanette und Oliver (und Rambo) aus Hamburg: 

Am 16.04.2016 kam unser Kroate Rambo bei uns an. Seitdem war klar, dass unser nächster Urlaub in das Land geht, wo er herkommt.

Wir buchten schlussendlich Trogir, knapp 20 Minuten weg von Split und dem „Animalis Center“.

Wir wollten Spenden mitnehmen und...

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… heute erzählt von Steffi aus Hamburg:

Wir waren schon so viele Male in Mostar und jedes Mal wieder gibt es ein Ereignis, welches mich besonders berührt.

Aber von Anfang an:
Mit Eio zusammen machte ich mich am 23. Februar von Hamburg auf nach Split und dieses Mal ausnahmsweise mit dem Flieger, denn wir hatten nur wenig Zeit und viel vor. 

In Split trafen wir zunächst unsere Kooperationspartner vom "Animalis Centre" und vertrieben uns die Zeit, bis Andrea und Julia mit dem Auto aus München ankamen, mit netten Gesprächen und viel Hundegekraule.

Mit Andrea und Julia fuhren wir dann weiter nach Mostar.

Wie jedes Mal, wenn wir vor Ort sind, folgte Termin auf Termin: ein Treffen mit dem Vermieter vom Streunerdorf 2.0 stand an, wir schauten im alten Streunerdorf vorbei, hatten ein Treffen mit dem Vetinspektor im Ministerium, trafen die Schüler vom UWC, nahmen am Tierschutzunterricht von Aida teil, besuchten mit den Schülern die Tierklinik unseres Vertrauens in Rudnik, schauten in unserer Katzenpflegestelle vorbei und schmiedeten mit allen fleißig Zukunftspläne - um nur die wichtigsten Termine aufzuzählen.

All diese Termine waren wichtig und interessant, aber doch hielt mich ein Ereignis ganz besonders gefangen: am Freitagabend machten wir uns noch spät und im Dunkeln auf, um Amra und Elma, die Tierschützerinnen vor Ort, bei einer ihrer Fütterungstouren zu begleiten und zu unterstützen.

Und da waren sie - wundervolle Hunde und Katzen. Einige scheu, andere wiederum lechzten nach Krauleinheiten.

Und sechs dieser Hunde freuten sich so unglaublich über uns, -und vorrangig natürlich über die ihnen vertrauten Tierschützer - dass ich nicht wusste, ob ich lachen oder weinen sollte.

Lachen über die unbändige Freunde, die die Hunde bei unserem Anblick mit den Futterdosen überkam und weinen aufgrund der Verzweiflung, die einen überkommt, wenn einem bewusst wird, wie viele noch überall auf der Welt nach Zuneigung und Futter suchen und noch mehr darüber, dass man nicht allen helfen kann.

Diese sechs Hunde wollten wir aber auf keinem Fall ihrem Schicksal überlassen! 

Also wurde Dali, unsere treue Unterstützerin und Mitstreiterin von unserer Quarantänestation in Gradiska, angerufen, einige Gespräche vor Ort geführt und schnell war der Entschluss gefasst, dass diese 6 Fellnasen und noch 6 weitere, zu Dali nach Gradiska sollten und das so schnell wie möglich!

Und dann die Überraschung!
Als wir am nächsten Tag erneut zu dem Platz fuhren, um, wie wir dachten, unsere zukünftigen Schützlinge zu füttern, erzählten uns Amra und Elma, dass sie sofort in eine vorübergehende Pflegestelle könnten!

Unsere Augen leuchteten, als wir jede einen Schützling auf den Arm nahmen und in Sicherheit und somit in ein wundervolles, neues Leben brachten - weg von der Straße, dem Hunger, den häufig leider nicht immer netten Menschen.

So ist Mostar - Leid und Glück liegen ebenso nah beieinander, wie Freude und Trauer!

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…heute erzählt von Julia aus München

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie sehr einen eine Reise verändern kann. Man erlebt Sachen, die man davor vielleicht so noch nie gesehen hat, lernt neue Leute und eine andere Mentalität kennen und ist von den Ereignissen überwältigt. So erging es zumindest mir, als ich vier Tage in Bosnien-Herzegowina war.

Letzten Donnerstag begann die Reise. Früh morgens sind wir aufgestanden, haben unseren mit Spenden beladenen Transporter geschnappt und sind nach Mostar losgedüst. Ich wusste zwar, dass Bosnien-Herzegowina ein Stück weg ist, aber 12 Stunden war dann doch eine lange Reise. Dennoch sind wir sehr gut über die Grenzen gekommen und hatten keinerlei Verkehr – ein Glück!

 Angekommen in Mostar kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich war bisher in einigen ärmeren Ländern gewesen, aber so viel Müll auf einem Haufen war auch für mich neu. In den Zentren kümmert sich die Stadt gut um die Müllbefreiung (den Touristen sei Dank), aber wenn man weiter nach draußen fährt ist die Situation katastrophal. Müllbäume nannten wir die von Abfall und Plastiktüten überhäuften Sträucher. Und zwischen diesen Bergen leben wirklich Hunde, die tagtäglich um ihr Leben kämpfen müssen. Unvorstellbar! Teilweise wackeln ein paar Wochen alte Streuner umher, die unbeholfen im Müll graben, nur um etwas zu Fressen zu finden und um die nächsten Tage um die Runden zu kommen. Viele Überleben nicht, da sie geschwächt sind und keinerlei Hilfe bekommen. Erst seit dieser Reise verstehe ich, was es heißt, Tierschutz in Bosnien-Herzegowina zu betreiben und wie viele Tiere unter den schlimmsten Bedingungen leben müssen. So komisch es klingt: Die Tiere auf den Straßen haben es vergleichsweise ja sogar noch gut, denn es gibt viele Bosnier, die ihre Hunde in Zwingern auf zwei Quadratmetern halten, angekettet - und das ihr ganzes Leben lang! Da musste ich ab und zu schwer schlucken und versuchen, die Fassung zu behalten.

 

Den Katzen geht es dabei leider nicht besser. Sie verstecken sich eher vor Menschen und verkriechen sich, sobald ihnen jemand zu nahe kommt. Als „Katzenlady“ war eines meiner Highlights auf der Reise der Besuch bei unseren zwei Pflegestellen in Mostar und Medugorje. Und ich kann euch sagen: sind diese Katzen süß! Ich konnte mich kaum von ihnen losreisen und wollte am liebsten die ganze Zeit mit den Kleinen kuscheln. Auch sie haben so viele schlimme Dinge erlebt und sind teilweise schon mit ein paar Wochen zur Katzenmama in Mostar gekommen. Dort bekamen sie liebevolle Pflege und wurden nach und nach aufgepäppelt. Bei den Kleinen merkt man schnell, dass sie Menschen lieben und das Kuscheln und die Streicheleinheiten so sehr genießen. Ganz still lag Charlie mit seinen neun Monaten in meinem Arm, schnurrte und wollte gar nicht mehr herunter. Auch Trun verkroch sich schnell in meinem Regenmantel und schnurrte was das Zeug hält. An Kratzen war da gar nicht zu denken! Das sind Eigenschaften, die ich sehr an einer Katze schätze und ich bin jedes Mal wieder gerührt, wie toll sich unsere Schützlinge machen. 

Viele denken sich: Ach, die paar Streuner in Bosnien-Herzegowina – die Situation dort ist gar nicht so schlimm. Ich habe es mit eigenen Augen miterlebt und kann sagen: Doch, es ist schlimm! Und deswegen appelliere ich an jeden, die Augen offen zu halten, sich zu engagieren und einen Teil dazu beizutragen, dass es den Hunden und Katzen in diesen Ländern besser geht! Zusammen kann man mehr erreichen als alleine und es gibt so viele, die unsere Hilfe benötigen. Deshalb nicht einfach wegschauen, sondern aktiv mithelfen!

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