Aragorn

Aragorn -
ein Hund, der nie wirklich ankommen durfte.

Lange Zeit bevor Aragorn in unsere Obhut kam, „belagerte“ er die Tierschützerinnen in Mostar. 
Er verfolgte sie nach den täglichen Fütterungsrunden, wartete vor ihren Büros und spickte immer wieder durch die Türen und Fenster. (Ein unglaublich niedlicher Anblick)
Er freute sich riesig, wenn er dann Aufmerksamkeit bekam und sein Futter.  :)

Das ein Husky in Mostar, so lange zurecht kam hielten wir schon fast für ein kleines Wunder. Denn solche Rassen, sollten in Regionen in denen es im Sommer bis zu 50 Grad werden, nicht zu finden sein. 
Doch natürlich ist auch in Mostar ein Husky ein „Status-Symbol“… 
Irgendwann war er wohl nicht mehr so wie man es sich wünschte und wurde sich selbst überlassen. 

Als Aragorn dann, aufgrund seiner Hartnäckigkeit unser aller Herz erweichte, brachten wir ihn in die Ausreisestation nach Gradiska. 
Von dort aus sollte er, in einem soweit sicheren Umfeld (keine Menschen die in schlugen, vertrieben oder hungerleidend), ein Zuhause finden. 
Wochen und Monate vergingen… Doch für Aragorn fand sich einfach kein passendes Zuhause.. nicht mal eine Pflegestelle. 
Denn er war ein älterer, nicht ganz verträglicher Husky Senior, der auch in keiner normalen Wohnung oder Haus leben konnte und sollte.
Ein Hund wie er muss draussen sein und braucht dort ein sicheres Plätzchen und seine „Freiheiten“. 

Das ganze Team suchte monatelang… ohne Erfolg. 

Bis zu dem Tag, als durch den langen Atem den wir zeigten, ENDLICH eine Pflegestelle gefunden wurde. 
Hundetrainerin und Hundepensionsbetreiberin Katharina aus der Nähe von Landshut, nahm sich seiner an. Und das war sein Ticket in eine bessere Zukunft. 
Von nun an sollte es nur noch bergauf gehen. 

Und dem war auch so… 
Er hatte täglich seine Spaziergänge, bekam Lerneinheiten, durfte draussen und drinnen leben (wie es ihm gefiel) und die menschliche Nähe gefiel ihm auch immer mehr. 

Doch auch hier vergingen die Monate… und es kam keinerlei passende Anfrage für den Wuschelbär. 

Keiner wollte ihn kennenlernen um sich ein eigenes Bild zu machen, was für ein toller Bursche er doch war. Und das er einfach eine Chance brauchte und verdient hatte. 
Auch Gnadenhöfe, Huskyliebhaber, in allen Ländern im Umkreis… Wir schöpften alles aus. 

Und langsam wirkte es so, als ob auch Aragorn die Hoffnung auf sein Glück verlor. Nach und nach wirkte er abwesender und fast schon leicht depressiv. 
Er fraß schlecht, ließ sich nicht mehr gerne streicheln und bürsten. Tierärztlich konnte aber erstmal nichts festgestellt werden. 

Von einen Tag auf den anderen ging es Aragorn dann extrem schlecht. Er schwankte stark, wollte nichts mehr fressen, hielt den Kopf auffällig schief.. 
Die Tierärzte konnten sich daraufhin zeitnah ein Bild von ihm machen (damit er keinen Stress hatte, kamen die Ärzte immer zu Katharina in die Pension)… 
Aragorn hatte einen schweren Schlaganfall. Der ganze Körper zeigte nun die schlimmen Auswirkunge. 
Auf Anraten der Tierärzte haben wir uns dann entschlossen ihn gehen und nicht leiden zu lassen. Denn die Prognose sah sehr, sehr schlecht aus. 
Aragorn schlief dann am 3.9.18 in Anwesenheit seiner Pflegemama Katharina ein und verließ unsere Welt. 

Wir sind unendlich traurig und können es nicht fassen, dass wir einem so tollem Charakterhund wie Aragorn es war, keine Zukunft und letzte schöne Jahre schenken konnten. 
In seiner eigenen Familie, die nur für ihn da ist. 

Doch wir möchten uns natürlich bei seiner Pflegemama bedanken, die ihn die letzten Monate begleitete und ihm überhaupt erst die Chance gab nach Deutschland zu kommen. 
Ohne sie, wäre Aragorn vielleicht in der Ausreisestation in Bosnien&Herzegowina gestorben, ohne das jemand bei ihm gewesen wäre. 

Rest in Peace lieber Aragorn. Wir werden dich niemals vergessen! Du warst ein ganz besonderer Hund!

 

Aragorn - ein Rüde mit einer Geschichte. 

In seinem Leben musste er wohl schon viel mitmachen und kämpfte sich jahrelang auf den Straßen Mostars durch. Wieviel Leid musste er wohl erfahren? Wie oft um sein Leben bangen? Wie oft wurde er verscheucht, geschlagen und angeschrien? Wir wissen es nicht. 
Was wir wissen ist aber, dass er eine Chance auf ein Happy End verdient hat. 
Den Weg nach Deutschland hat er schon geschafft und lernt in seiner Pflegestelle jeden Tag Neues dazu. 
Er verliert seine Unsicherheiten gegenüber fremden Menschen und ist bereit für sein "Forever Home". 
In Aragorn steckt noch viel Potenzial, welches er gerne zusammen mit seinem neuen Frauchen oder Herrchen ausschöpfen möchte. 

Erfahrung vor allem mit nordischen Hunderassen wäre bei Aragorn wichtig, denn er braucht Souveränität und liebevolle Konsequenz, damit er voll aufblühen kann. 

Hundebegegnungen mit Hündinnen laufen meist sehr gesittet ab. Jedoch entscheidet hier die Sympathie. Wenn ihm eine Hündin sagt, dass er Abstand zu halten hat, dann tut er das auch sofort.
Aufgrund seines Alters muss er auch nicht mehr die Husky-Typischen 4 Stunden flotten Auslauf oder gar Zugtraining haben. Wir können uns gut vorstellen, dass er mit normalen Spaziergängen (jedoch mindestens 2 Stunden am Tag) schon absolut zufrieden ist, wobei er sicherlich auch nichts dagegen hat mal ein Stück vor dem Fahrrad zu ziehen. Da Huskies einen recht ausgeprägten Jagdinstinkt haben, wäre ein Haushalt ohne mögliche Jagdopfer (Katzen, Hasen, etc.) für ihn am besten. 

Er ist mit Sicherheit kein Stadthund und würde sich auf dem Land ganz bestimmt wohler fühlen. 
Für ihn wäre wichtig, dass er mitentscheiden kann, ob er ins Haus kommt oder lieber draussen bleibt. Deswegen wäre ein Haus mit einem grossen, sicher eingezäunten Garten traumhaft. 

Aragorn ist kastriert, gechipt, geimpft und entwurmt.

Wer schenkt ihm ein schönes liebevolles Zuhause? 

 

Seine Geschichte:

Die Tierschützer vor Ort kennen Aragorn, einen wunderschönen Husky schon viele Jahre. Er hat es nach all den Jahren auf der Straße mehr als verdient ein eigenes Zuhause zu finden. Aragorn war einer Tierschützerin nach einer Fütterungsaktion sogar bis nach Hause gefolgt. Leider konnte sie ihn nicht bei sich aufnehmen.  Jetzt ist er in der Obhut von Streunerglück und auf der Suche nach einem liebevollen Zuhause. Er kommt mit anderen Hunden aktuell leider nicht zurecht. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass er sich erst in dieser völlig ungewohnten Situation einleben muss, da er ja bisher immer frei auf der Straße lebte.  

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