Anaplasmose

Anaplasmose wird durch Zecken übertragen. Verursacher der Erkrankung ist ein Bakterium, das beim Biss der Zeckenart Ixodes ricinus (Gemeiner Holzbock) über deren Speichel in die Blutbahn des Hundes eindringt. Anaplasmen-Infektionen bei Katzen sind eher selten. Die Infektion mit Anaplasma phagocytophilum kommt in ganz Nord- und Mitteleuropa vor und ist auch in Deutschland häufig, im Gegensatz zu der nur im Mittelmeerraum auftretenden Ehrlichiose. Einmal in den Hundekörper eingedrungen, befällt Anaplasma phagozytophilum die Granulozyten, spezielle weiße Blutkörperchen, die für die Immunabwehr des Körpers von Bedeutung sind und zerstört diese letztendlich. Zunächst aber gelangt das Bakterium mit den Granulozyten über die Blutbahn in den gesamten Körper. Dabei setzt es sich auch an der Wand von Blutgefäßen verschiedener Organe wie Leber, Nieren, Lunge und Hirnhäuten fest. Die Inkubationszeit ist nicht ganz genau bekannt, manche Quellen nennen einen Zeitraum von 4 – 20 Tagen. Symptome einer Anaplasmose sind plötzlich einsetzendes hohes Fieber, Apathie, Verweigerung der Futteraufnahme, Entzündungen mehrerer Gelenke, Gelenkschwellungen, Gelenkschmerzen, Lahmheiten, Muskelschmerzen, Schwellung der Lymphknoten, Erbrechen, Durchfall, zentralnervöse Symptome mit Hirnhautentzündung, Netzhautablösung und Erblindung. Es kann zu Vergrößerungen von Milz und Leber kommen. Nach solch einer akuten Phase der Anaplasmose werden die Erreger entweder aus dem Körper eliminiert oder verbleiben im Knochenmark, ohne jedoch Symptome hervorzurufen (sogenannte subklinische Phase). Durch eine Schwächung des Immunsystems können die Erreger erneut aktiv werden und in der chronischen Phase der Erkrankung wieder klinische Symptome wie wechselnde Lahmheiten hervorrufen. Todesfälle sind relativ selten, können aber in jeder Krankheitsphase auftreten

Therapie: Das Mittel der Wahl gegen die Anaplasmose beim Hund stellt das Antibiotikum Doxycyclin dar. Es wird in einen Dosierung von 1 x täglich 10 mg/kg KG über 4 Wochen oral verabreicht. Je nach Schwere der Symptome sind zudem weitere Maßnahmen wie Bluttransfusionen, die Gabe des anabolen Steroids Nandrolondecanoat zur Stimulation des Knochenmarks sowie Prednisolon (Kortison) zur Dämpfung immunbedingter Reaktionen notwendig. Nicht in allen Fällen ist eine Anaplasmose heilbar, da sich Bakterien ins Knochenmark zurückziehen können. Die Erkrankung muss dann jedoch nicht zwingend erneut ausbrechen.

Prävention: Bisher gibt es keinen in Deutschland verfügbaren Impfstoff gegen die Anaplasmose. Man kann versuchen, seinen Hund vor der Infektion zu schützen, indem man gegen die Überträger, d.h. die Zecken (Ixodes ricinus) vorgeht.