… heute erzählt von Steffi (HH):

Nun endlich war es soweit. zu dritt wollten wir uns die Stadt anschauen, mit der wir uns schon so verbunden fühlten. 
Durch unsere Hilfe als Tierschützer, durch den Kontakt mit den Mädels vor Ort und durch viele Erzählungen über die Geschichte, die alte Brücke und die vielen Straßentiere der Stadt. Ich möchte garnicht über jeden einzelnen Moment berichten, obwohl jeder eine Geschichte wert wäre.
Wir wollten uns nun also die Veterinärstation anschauen, wo unsere Schützlinge oft als erstes unterkommen. Am Auto zogen wir uns Stiefel an und bekamen alle Handschuhe gereicht. 
Mir war ehrlich gesagt etwas mulmig. Schon gleich kamen uns aus vielen Ecken Hunde entgegen. Gut gelaunt, um uns zu begrüßen. Ich wurde immer nervöser was uns jetzt erwarten würde. Als wir den Weg hoch zur Station gingen saßen am Rand schon die ersten Notfellchen.
Ein Retriever bis dahin ohne Namen, abgemagert bis auf die Haut, ein struffeliger Mischling in einem Babybett aus dem Krankenhaus mit zugebundener Schnauze der gerade eine Blutinfusion bekam. Dahinter der Behandlungsraum, der Boden voller Wasser und Blut. Dann ging es um die Ecke und da bekam ich wirklich Gänsehaut. 
Ivana zog gerade einen, hinten in meinen Augen fast vollständig gelähmten, Schäferhundmix aus dem Nebenraum. Ziehen, das bedeutete sie hielt ihn vorne am Kopf und half ihm somit dabei mit seinen steifen Hinterbeinen(sie waren nämlich nicht gelähmt) kleine Schritte zu machen. Dabei schaute er sie, ja ich weiß auch nicht, hoffnungsvoll, traurig, verzweifelt, oder vielleicht auch resigniert an.
Draußen sah man dann, dass die eine Seite voller Blutkrusten waren. 
Ivana erzählte mir, dass er von einem Auto angefahren wurde und über die ganze Straße geschlittert war. Die Beine, oder das Becken waren gebrochen. Aber er wäre schon viel besser geworden. 
Da musste ich dann zum ersten mal weinen. Er tat mir so unfassbar doll leid. Das war zu viel für mich. Ich wollte in den nächsten Raum flüchten, traf dort aber auf einen völlig verängstigten Welpen in einem Käfig, 1 m daneben eine Katze , die kläglich weinte, ich drehte mich um und sah Andrea, der die Tränen herrunterliefen … 
Und dann rissen wir uns zusammen, packten mit an. Wuschen Wassereimer aus, verteilten Futter. Der Retriever verschlang Mengen. Der angefahrene Hund fraß auch etwas…und lag dabei in seinem Kot. Er wurde nachher noch gereinigt. Wir fegten den Kot weg, halfen beim Aufbau eines Zaunes und vieles mehr.
Und wenn mich jemand heute fragt, wie war es in Mostar, dann sage ich immer: Es war toll! Toll deswegen, weil wir endlich gesehen haben, wo man anpacken kann, woran es fehlt und weil wir viele sehr liebe Hunde, Katzen, Esel , Pferde und Menschen kennenlernen durften.
Der angefahrene Schäfermix konnte eine Woche nach unserm Aufenthalt selbstständig laufen. Noch stagsig, aber immerhin! Wir brachen alle in ein Jubeln aus!