…heute erzählt von Steffi aus Hamburg:

Meine tägliche Motivation gegen Windmühlen zu kämpfen…

…oder 33 Stunden Mostar -> grenzenlose Streunerpower!

Gemeinsam mit Niusha, die ihre Diplomarbeit über Streunerglück e.V. schreibt, bzw. über Streuner, besteige ich am Freitagmorgen um 9.30 Uhr am Hamburger Flughafen unseren Flieger nach Frankfurt und eine Stunde später dann die Propellermaschine  nach Split.

Dort hatten wir diesmal leider nicht wirklich viel Zeit 

Niusha wurde das Tierheim gezeigt und durch die Stäbe versuchten wir, jeden Hund wenigstens einmal kurz zu knuddeln.

Gegen 17.00 Uhr ging es dann weiter nach Mostar.

Als wir gegen 20.00 Uhr dort endlich ankamen, bereiteten wir noch die Papiere für den nächsten Tag vor, erstellten einen Terminplan und ich brachte Niusha noch schnell auf den neuesten Stand unserer Tierschutzarbeit und erzählte natürlich ein wenig über Mostar. Dann gingen wir schlafen, denn…

…wir hatten nur 1 Tag!

Um 7.00 Uhr am Samstag ging es dann auch schon los. 

Lagebesprechung mit Aida – unsere Tierschützerin und Verantwortliche unserer Aufklärungsarbeit vor Ort – und Pläne schmieden für unser Streunerdorf 2.0 (SD2).

Denn das Land für unser SD2 schauten wir uns vormittags an. Auf dem Weg zum Grundstück sammelten wir noch schnell den Vermieter und die Übersetzerin ein und dann ging es los.

Wie immer, wenn wir in Mostar unterwegs waren, kamen wir auf dem Weg dorthin neben wahnsinnig viel Müll, auch an einigen Streunern vorbei.

Auch drei kleine Welpen kreuzten unseren Weg und gleich ein erstes Bild für Niusha, wieso, weshalb und warum Mostar!

Das Grundstück selber verspricht viel und liegt landschaftlich wunderschön. 

Von dort ging es dann in die Tierklinik unseres Vertrauens in Rudnik. 

Einige Kinder kamen dort hin, um etwas mehr über die Arbeit der Tierärzte zu erfahren.

Und wir hatten Glück – genau in dem Moment kam ein Mann mit seinen 8 wohlgenährten Welpen zum Impftermin!

Die Kinder waren außer sich vor Freude  und wir konnten gleich erklären, warum Impfungen so wichtig sind.

Danach besuchten wir Ivana, unsere aufopferungsvolle Katzenmama, die ihre letzten Kuna für ihre Schützlinge gibt.

Sie erzählte uns, dass sie derzeit im Monat Futter für 60,- für all die Katzen benötigt und natürlich werden wir dafür aufkommen.

Die Katzen sind allesamt freundlich und offen und der kleine Kater Bobby schaffte es selbstständig von meinem Stiefel bis zu meinem Schal und eroberte dabei mein ❤️

Nun wurden wir von Amra und Elma eingesammelt, die auch schon lange Tierschutz in Mostar machen. 

Sie füttern täglich die Streuner an verschiedenen Stellen in Mostar und da wollten wir dabei sein.

Und es ist immer so, dass ich mit Tränen in den Augen durch Mostar fahre. Ich glaube, diese Abgeklärtheit, die man als Tierschützer/in eigentlich irgendwann habe sollte, werde ich mir nie zulegen 

Es sind Tränen
– der Freude, weil wir für einen kurzen Moment ihre Mägen füllen können.

– der Verzweiflung über all die, die wir wieder in einer ungewissen Welt zurücklassen müssen.

– der Hoffnungslosigkeit, weil es einige Hunde gibt, die es auf der Straße besser hätten, als bei ihren herzlosen Besitzern und man nichts dagegen machen kann.

– weil wir schon so lange alles geben und kämpfen, aber uns immer wieder keine Steine sondern riesige Felsen in den Weg gelegt werden.

Aber auch Tränen und Gänsehaut, weil ich das Gefühl habe, dass wir es trotzdem schaffen werden!
Mit viel Streunerpower und jetzt erst recht!

Auf dem Rückweg schauten wir uns noch schnell die Pension an, die einige Hunde von befreundeten Tierschützern beherbergt, um uns ein Bild machen zu können, denn gute und bezahlbare Hundepensionen sind rar gesät in Mostar.

Es folgte ein weiteres wichtiges Treffen mit einem Lehrer und dessen Schülerin vom „United World College“ (UWC) in Mostar.

Sie möchten uns im Rahmen ihrer sozialen Arbeit unterstützen und haben schon im ehemaligen Streunerdorf unsere Schützlinge mit versorgt und immer wieder Gassi geführt.

Jetzt möchten sie aber von Anfang an dabei sein und das SD2 mit uns gemeinsam aufbauen! Wir sind so glücklich und dankbar für diese Unterstützung!

Im Anschluss daran lernten wir noch den Mann kennen, der uns in Zukunft gerne im Streunerdorf unterstützen möchte.

Völlig überladen mit Informationen und Emotionen von positiven und negativen Ereignissen – und zumindest ich auch immer mit einem Tränchen in den Augen – gingen wir dann noch mit den Tierärzten aus Rudnik ins Primavera – eine gute alte Tradition